Die vergrabene Glocke zu Rimmel

Während der großen französischen Revolution und des Einfalls der Franzosen in unser Land vergruben die Arsdorfer ihre Glocken in Rimmel, einem Arsdorf nahgelegenen Wiesengrunde, wo früher das durch die Pest heimgesuchte und verheerte Dörfchen Rimmelscheid gestanden. Als die Arsdorfer später wieder die Glocken ausgruben, soll nach Aussage der Leute, eine derselben nicht wieder aufgefunden worden sein. Sie sei, heißt es, tief in den Boden versunken, doch höre man sie zuweilen noch lauten. Die Hirtenknaben, welche das Vieh in Rimmel auf die Weide trieben, sollen zu gewissen Zeiten dort traurig hallende Glockentöne vernommen haben, welche tief aus der Erde herauf zu kommen schienen. Dumpf und klagend klang das Getön: es hieß die versunkene Glocke laute zur Seelenruhe der hier beerdigten Bewohner von Rimmelscheid, oder sie weine tief unter der Erde, weil es ihr nicht gegönnt sei neben ihren Schwestern im Turm zu hängen und in deren feierliches Geläute miteinzustimmen.

A. H. Reuland Nr. 119. N. GREDT: Sagenschatz des Luxembg. Landes)


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